Das Heimatland aller Chormitglieder ist die Ukraine.
Die Sänger kommen aus L´viv , oder auch Lemberg genannt. Wen es interessiert kann auf dieser Seite das eine oder andere über Land und Leute lesen, um einen kleinen Einblick in die Mentalität und den Charakter des Heimatlandes zu bekommen =).

DIE UKRAINE:
Haupstadt: Kyjiw / Kiew (2.635.000 Einw.)
Einwohner: 46.859.000 (01.03.2006)
Staatsform: Republik (seit 24.08.1991)
Fläche: 603.700 km²
Klima: gemäßigt kontinental, an der Schwarzmeerküste herrscht Mittelmeerklima, an der Küste der Krim – subtropisches Klima
Währung: gesetzliche Zahlungsmittel: Hrywnja und Kopijka (1 Hr. = 100 Kopijkas)
Religion: Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche, Ukrainisch-Katholische Kirche (auch griechisch-katholische oder unierte Orthodoxe genannt) in der Westukraine
Seit dem 24.08.1991 ist die Ukraine unabhängig, worauf die Ukrainer natürlich sehr stolz sind. Die ukrainische Sprache nimmt seither immer mehr Einzug in das Leben und den Alltag der Ukrainer.



Nach ukrainischer Folklore entstand das Land wie folgt:
..."Als Gott die Welt geschaffen hatte, verteilte er das Land unter den Menschen. Als er gerade damit fertig war, eilten zwei Männer in breiten Hosen und mit langen Haarschöpfen herbei. "Wer seid ihr, und warum kommt ihr so spät?" fragte sie der Schöpfer. "Ach, verzeih uns, Gott, wir sind Ukrainer und haben verschlafen. Aber du gibst uns doch auch noch ein Stück Land." "Ich habe nichts mehr übrig", versuchte Gott sie los zu werden. Aber vergebens. Die beiden drängten ihn so lange, bis er seufzend nachgab und sagte: "Ich sehe schon, ihr gebt mir keine Ruhe. Ich habe noch ein Stückchen Land, das hatte ich eigentlich für mich übriggelassen, es ist das schönste von allen. Nehmt ihr es!" So musste der Herrgott im Himmel bleiben, und die Ukrainer nahmen das Land in Besitz, das eigentlich das Paradies auf Erden hätte werden sollen"...

Ein Rückblick:
Ukraine – ehemals ein "Land am Rand", eine Grenzregion im Süden Russlands, hat ein wechselhaftes und dramatisches Schicksal.

Die Urbewohner der ukrainischen Territorien, die Kimmerier, die hier im 700 v. Chr. gelebt haben, wurden bereits in der "Odysee" beschrieben. Später wurden sie von den Skythen vertrieben, die viele Jahrhunderte über die südukrainischen Steppen herrschten. Etwa 400 v. Chr. kamen die nächsten Nomaden, die Sarmaten, die im 2. Jh. von Hunnen vernichtet wurden. Etwa im 6. Jh. besetzten die Awaren die Region. Später siedelten sich hier ostslawische Stämme an, bis Ende des 8., Anfang des 9. Jh. die Kiewer Rus, das erste ostslawische Fürstentum, entstand. 988 wurde unter dem Fürsten Wolodymyr das Christentum im Land eingeführt. Das Goldene Zeitalter erreichte die Kiewer Rus unter dem Fürsten Jaroslaw dem Weisen (1019- 1054), als sie zum größten Staat Europas wurde. Durch die Machtkämpfe seiner Nachfolger wurde das Land in zahlreiche unbedeutende Fürstentümer zersplittert und im von den Tataren der Goldenen Horde unter Batu Khan, einem Enkel des Tschingis Khan, erobert. Die Mongolenherrschaft dauerte über 200 Jahre.

Im Verlauf der späteren Jahrhunderte gehörten Teile des Landes zum Herrschaftsbereich Russlands, Polens, Litauens, des österreichisch-ungarischen Reiches und der Türkei. Im 15. Jh. während der polnischen Herrschaft, als die Unterdrückung der ukrainischen Bauern extrem groß war, flüchteten viele von ihnen in den Osten, in die Naddniprjanschtschina, das unbewohnte Gebiet am mittleren Lauf des Dnjeprs, wo die Grundbesitzer keinen Einfluss hatten, und gründeten einen unabhängigen Kosakenstaat, die Saporoger Sitsch, dessen legendäre Zentrum die Insel Chortyzja wurde. Die Bedeutung der Saporoger Sitsch ist für die Geschichte des ukrainischen Volkes unvergesslich. Sie prägte seine Mentalität, formte seinen Traum von der Freiheit und Selbständigkeit, von einem unabhängigen Staat. Dieser Traum ist 1990 durch die Souveränitätserklärung in Erfüllung gegangen.


Zeittafel:

9. Jh.: Gründung des Kiewer Reichs
988: Taufe des Kiewer Rus
1237-40: Eroberung der Rus durch die Mongolen
12.-14. Jh.: Fürstentum Galizien-Wolhynien
14. Jh.: Ukraine fällt an Litauen
1458: Begründung einer von Moskau unabhängigen Metropolie Kiwe an das Königreich Polen.
1596: Kirchenunion von Brest; Spaltung der orthodoxen Kirche in Polen-Litauen
1648: Aufstand gegen Polen unter dem Kosakenhetman “Bohdan Cmel´nyc´kyj”, Begründung des Hetmanats der Dnepr-Kosaken
1654: Vertrag von Perejaslav - Unterstellung der ukrainischen Kosaken unter den Schutz des russischen Zaren
1667-1793: Die linksufrige Ukraine kommt an Russland
1686: Unterstellung des Kiewer Metropoliten unter das Moskauer Patriarchat
1772: Erste Teilung Polens; Galizien fällt an Österreich
1793: Zweite Teilung Polens; rechtsufrige Ukraine fällt an Russland
19. Jh.: Entstehen einer ukrainischen Nationalbewegung und Nationalliteratur
1918: Gründung einer Ukrainischen Volksrepublik in Kiew und einer Westukrainischen Volksrepublik in Galizien, beide vereinigen sich 1919
1918-20: Bürgerkrieg zwischen “Weißen” (Zarenermee), Bolschewiki und alliierten Interventionstruppen
1921: Friedensvertrag von Riga, der den Grenzlauf zwischen Polen und der Sowjet-Ukraine regelt.
1922: Gründungsmitglied der Sowjetunion
1932/33: Hungersnot in der Sowjet-Ukraine, der 3-4 Millionen (manche Schätzungen gehen sogar von 7-10 Millionen aus) Menschen zum Opfer fielen
1937/38: “Große Säuberung” in der Sowjetunion
1939: Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion
1941: Besetzung der Ukraine durch deutsche Truppen
1943: Rückeroberung der Ukraine durch die Rote Armee
1944: Besetzung der Westukraine durch die Rote Armee
1945: Angliederung der Karpato-Ukraine an die Ukrainische SSR
1947: Angliederung der Nordbukowina an die Ukrainische SSR
1954: Die Krim wir an die Ukrainische SSR angeschlossen. Die Ukraine ist Gründungsmitglied der UNO.
1956: XX. Parteitag der KPdSU; zahlreiche politische Gefangene werden entlassen.
1963: “Petro Selest” wird 1. Sekretär der ukrainischen KP.
1972: “Scerbyc´kyj” wird Parteichef. “Säuberungen” in Partei und unter Intellekuellen.
198: “Michail Gorbacev” beginnt Politik der Perestroika und Glasnost´.
1986: Reaktorunfall Tschernobyl
1990: Souveränitätserklärung der Ukraine. Ukrainisch wird Staatssprache. “Leonid Kravcuk” wird Parlamentspräsident.
1991: Unabhängigkeitserklärung; Gründungsmitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten
1992: weitgehende Autonomie der Krim innerhalb der Ukraine
1994: Wahl “Leonid Kucmas” zum Staatspräsidenten
1995: Aufnahme der Ukraine in den Europarat
1996: Verabschiedung der Verfassung
1997: Russisch-ukrainischer Freundschaftsvertrag; Unterzeichnung der Charta NATO-Ukraine
2002: Parlamentswahlen; neuer Ministerpräsident “Viktor Janukovyc”
2004: Präsidentschaftswahlen. Nach Wahlfälschungen zugunsten Premierminister “Janukovyc” kommt es zum Ausbruch der so genannten “Orangenen” Revolution und zur Annullierung der Stichwahl durch das Oberste Gericht. Am 26.12. wird Viktor Juscenko zum neuen Präsidenten gewählt
2005: Am 23.1. wird “Viktor Juscenko” vereidigt. Am 4.2. wird das neue Kabinett unter Premierministerin “Julija Timosenko” ernannt. Im September kommt es zur Regierungskrise. Die Regierung “Tmosenko” wird entlassen. Neuer Premierminister ist “Jurij Jechanurov”.